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The Chemical Brothers
"We Are The Night"
VÖ 15.06.2007

Sehen Sie sich jeden Tag?

Ed und Tom: Nein, nicht wirklich...
Ed: Im Moment sehen wir uns jeden Tag...
Tom: ... und jede Nacht.
Ed: Wenn wir arbeiten, dann leben wir jeder sein eigenes Leben. Wir treffen uns dann nur, wenn es aus arbeitstechnischen Gründen nötig ist. Zu Anfangszeiten der Chemical Brothers haben wir sehr viel mehr Zeit miteinander verbracht. Wir haben auch relativ nahe beieinander gewohnt. Wir gingen jeden Tag zusammen ins nahe gelegene Studio, jedes Wochenende zum nahe gelegenen indischen Restaurant, aber wir fuhren nie zusammen in den Urlaub. Heute leben wir vielleicht zwei Stunden von einander entfernt. Wir sehen uns nur dann, wenn wir zusammen arbeiten. Das ist zurzeit eben jeden Tag und das schon eine ganze Weile.

Sie haben sich bereits vor 18 Jahren an der Universität in Manchester kennen gelernt. Was haben Sie beiden da studiert?

Ed: Wir haben Geschichte studiert
Tom: Wir haben das Studium sehr ernst genommen und es deshalb auch abgeschlossen.
Ed: Es war harte Arbeit und letztendlich arbeiten wir genauso hart an unserer Musik.

Haben Sie beiden damals auch schon zusammen Musik gemacht?

Ed: Tom war in einer Band und hatte auch einen Plattenvertrag
Tom: Ich machte schon in der Schule Musik und habe mit 17 meine erste Platte herausgebracht. Als ich dann in Manchester studierte, bin ich Ed begegnet. Wir sind zusammen in Clubs gegangen und waren auch immer zusammen Platten kaufen.

Dann haben Sie beide eine große Plattensammlung?

Ed: Ja, schon, aber ich weiß nicht wie viele ich davon noch habe. Es sollten in etwa vier bis fünf tausend gewesen sein. Tom hat sogar weit mehr als ich.
Tom: Ich denke schon.
Ed: Irgendwann legten wir dann zusammen in einem Club auf. Weil es uns so viel Spaß machte, habe ich mir in meiner Studentenbude ein kleines Studio eingerichtet. Nachdem wir unseren Abschluss von der High School mit ganz respektablen Ergebnissen in der Tasche hatten, beschlossen wir, in meinem kleinen Studio eine Platte zu machen und der Rest ist Geschichte (lachen).

Wie ging es damals in Manchester zu, als Sie dort studierten?

Ed: Manchester war ziemlich aufregend. Die Clubs waren großartig, viele Leute waren da, die Musik war toll. Einige Clubs waren vielleicht die besten auf der Welt. Tagsüber waren wir hart arbeitende Studenten und am Abend wollten wir einfach um die Häuser ziehen und die Leute hören, mit denen wir durch ihre Platten schon befreundet waren. Das kam daher, weil Tom mit den Musikern zu tun hatten und selber Musik machte, die gemocht wurde, Musik einer ganz anderen Art als heute. Manchester war einfach ein guter Ort an dem sehr viele Bands spielten, die sich damals einen Namen gemacht hatten. In London oder Glasgow wollten alle Bands spielen, aber nur die interessantesten spielten in Manchester. Für uns war es der beste Ort, vor allem weil wir uns dort begegnet sind.

Worin besteht der Unterschied zwischen dem Leben damals in Manchester und Ihrem Leben heute?

Ed: Manchester war für uns als Studenten toll, weil wir sehr viel ausgingen. Ab dem Moment ab dem wir Platten produzierten und eine Karriere machten, änderte sich das rapide.
Tom: Nach Manchester gingen wir zum studieren. Nachdem wir unser Studium abgeschlossen hatten, gingen wir zurück in den Süden von England, nach London. Das ist ganz normal.

Sie haben sicherlich von den Terrorattacken in London gehört. Was denken Sie über die Terroristen?

Ed: Wir mögen sie nicht.
Tom: Das ist alles was wir dazu sagen können.
Ed: Ich bin 2004 in London gewesen und hab das alles mitgekriegt...
Tom: Es ist eigentlich jeden Tag in der Stadt zu spüren. Wenn du den Bus benutzt, oder einen Zug, oder wenn du an den Flughafen fährst, und du siehst jemanden mit einem Rucksack, dann wirst du nervös. Man denkt einfach darüber viel mehr nach und ist sich dessen bewusst, dass immer und überall was passieren kann.
Ed: Du kannst gar nichts dagegen machen, aber deine Sinne sind geschärft.
Tom: Manchmal, wenn ich im Stau stehe und einen Laster sehe, von dem ich glaube, dass er da nicht hingehört, dann denke ich, ich sollte die Polizei anrufen... Es ist einfach ein komisches Gefühl. Jetzt sind wir hier aber irgendwann fliegen wir zurück nach London.
Ed: Das ist aber doch nicht schlimm...
Tom: Nun ja, da wo ich wohne, besteht nicht wirklich große Gefahr...

Wofür stehen das Logo, beziehungsweise die Schriftzeichen der Chemical Brothers? Warum ist die Schriftgestaltung auf der Kassette, die in Ihrem neuen Video eine so große Rolle spielt, dieselbe?

Ed: Das war die Idee vom Regisseur. Ich glaube er wollte damit unterstreichen, dass die Musik auf dem Tape die Musik von den Chemical Brothers ist... Wir wollten einfach ein Markenzeichen haben, genauso wie Mick Jagger seine Lippen als Logo nutzte oder wie es Coca Cola mit seiner typischen Schrift gemachthat...

Tom: ... oder auch Pepsi!
Ich mag Pepsi!

Ed: Wir haben immer wieder dieselbe Schrift für unseren Namen verwendet, mit der Absicht, dass es unser Markenzeichen oder so was wie ein Erkennunksymbol werden sollte. Wenn jemand unser Logo sieht, weiß er vermutlich sofort, dass wir es sind, die Chemical Brothers, ohne dass er auch nur einen Buchstaben wirklich gelesen hat. Wir haben sogar ein Copyright darauf.!




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http://www.thechemicalbrothers.com
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